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Istanbul - Beijing 2004
Mai 07, 2004
 
Kulinarischer Exkurs: Türkische Küche

Die Königin der türkischen Küche ist unserer Ansicht nach nicht die Aubergine, wie die Reiseführer behaupten, sondern die Tomate. Tomaten fehlen in keinem Frühstück und keinem Salat. Tomaten gibt's in Eintöpfen, Saucen und Meze (Vorspeisen). Tomaten müssen hier das billigste Gemüse überhaupt sein; angeblich bekommt man für umgerechnet einen Schweizer Franken in der Hochsaison davon 10 kg. Tomaten sind so weit verbreitet, dass Ali, unser Führer in Gallipolli, verkündet, er habe nach 46 Ehejahren die Nase davon voll und sei in einen Tomatenstreik getreten.

Nebst Tomaten gibt es zum Frühstück Gurken, Schafkaese, Oliven, Brot und Eier. Mit etwas Glück bekommt man nicht das standardmaessige (mehr oder weniger) weichgekochte Ei, sondern ein Omelett oder gar Menemen, eine Art Rührei mit viel Gemüse. Brote gibt's in allen Grössen und Formen; die berühmten Pide werden noch immer traditionell von Frauen von Hand ausgerollt und auf heissen Eisenplatten gebacken. Eine leckere Abwandlung davon assen wir auf einem Wochenmarkt: Teig so dünn wie Pfannkuchen, in das Krautstiel, Petersilie und etwas Schafkaese eingebacken war. Nachmittags verströmen in der Stadt die Pastanesi (Konditoreien) den unwiderstehlichen Duft von buttrigem Gebaeck in allen Varianten, süss oder salzig, gefüllt oder in Form von Konfekt. Das Highlight sind die ofenfrischen Fladenbrote, die vielerorts zusammen mit Schafkaese und Acili Ezme, einer scharfen Paste auf - natürlich - Tomatenbasis, zur Vorspeise gereicht werden.

Was den Aussies ihr BBQ, ist den Türkinnen und Türken ihr Kebap. Auf der Reise ist es dasjenige Gericht, welches am ehesten zu bekommen ist. Als Hausmannskost erhaelt man hingegen eher würzige Suppen und waermende Eintöpfe. Eine besondere Variante assen wir in Avanos, einer Töpferstadt in Kappadokien. Fleisch, Kartoffeln und Gemüse wurden wie in einem Römertopf stundenlang in einem Tonkrug geschmort, der mit einem Stück Brot verschlossen wurde.

Last, but not least, spielt der Tee (çay) eine wichtige Rolle. In Istanbul und an der Küste ist Apfeltee bei den TouristInnen beliebt, ein Instantgetraenk, das wie heisser Apfelsaft schmeckt. Je weiter ostwaerts wir kommen, desto mehr und staerkerer çay wird uns angeboten. Selbst auf der Bank, die mit einem modernen Ticketsystem ausgerüstet ist, wird uns die Wartezeit mit Tee verkürzt. Dies gibt den Angestellten genügend Zeit, eine englischsprechende Person zu suchen, die uns zuvorkommend auf den Wartesitzen beraet.

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