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Istanbul - Beijing 2004
Mai 24, 2004
 
Tabriz - Tehran

Ausgeruestet mit einem auf dem Basar erhandelten Mantel und Kopftuch (Andrea) und langaermligem Hemd (Erwin) passieren wir die Grenze zum Iran ohne Probleme. Der Zoellner fuehrt uns sogar an die Spitze der Warteschlange, wozu er kurzerhand die Grenze schliesst. Die Landschaft im Iran unterscheidet sich kaum von der auf der tuerkischen Seite, doch faellt uns auf, dass deutlich weniger Abfall herumliegt und die Strassen in gutem Zustand sind. Der Grossteil der Fahrzeuge allerdings stammt aus den 1970er und 80er Jahren, und entsprechend langsam faehrt unser Bus nach Tabriz, insbesondere bergauf.

Tabriz ist eine betriebsame Stadt mit vielen Geschaeften, deren Schaufenster vorzugsweise mit knallroten blinkenden Laempchen dekoriert sind, wie sie bei uns nur noch Peep Shows haben. (In Tehran hingegen sind die diskreteren pastellfarbenen Christbaumlaempchen in Hotels und Restaurants beliebt.) Es gibt allerlei westliche Waren zu kaufen, sogar (angeblich) echtes Coca Cola. Trotzdem werden wir wie eine Kuriositaet angestarrt - wir starren zurueck, denn Andrea will wissen, wie sich die Frauen hier kleiden. Erstaunlich viele Frauen, auch junge, tragen den Chador, aber nach den stark maennlich gepraegten kurdischen Staedten in der Tuerkei ist es erfrischend, wieder so viele Frauen auf der Strasse anzutreffen. Wir verbringen viel Zeit damit, einen Geldwechsler zu suchen und, als wir einen gefunden haben, das gewechselte Geld zu zaehlen - die groesste iranische Geldnote ist Fr. 1.55 wert. Zum Glueck sprechen die Menschen in Tabriz Azari (aehnlich wie Tuerkisch), so dass wir uns wenigstens bezueglich Zahlen einigermassen verstaendigen koennen. Trotzdem versuchen die Leute manchmal, uns ein bisschen uebers Ohr zu hauen, z.B. indem sie uns ein Ticket fuer einen modernen Bus verkaufen wollen, der statt morgens erst abends um neun faehrt. Erst in Tehran werden wir es schaffen, einen der moderneren Busse zu buchen.

So lassen wir reiche Westler uns nochmals von den iranischen Busreisenden auslachen und von Tabriz aus weitere vier Stunden nach Ardabil durchschuetteln, wo wir ein schoenes Mausoleum besuchen. Am naechsten Tag verlassen wir das staubige Hochplateau. Die Strasse windet sich in vielen Serpentinen hinab zum Kaspischen Meer. Die Haenge sind von sattgruenem Regenwald ueberwuchert, an der Kueste bauen bunt gekleidete Bauerinnen Reis an, und es regnet in Stroemen. Ab Rasht keucht der Bus die verlorenen Tausend Hoehenmeter wieder hinauf nach Zanjan, die Regenwolken bleiben uns aber treu. Von Zanjan aus machen wir einen Ausflug zum Takht-e Soleiman (Thron des Salomon), wobei die Landschaft unterwegs uns eher laenger in Erinnerung bleiben wird als das alte Feuerheiligtum selbst. Unterwegs nach Tehran besuchen wir unser erstes mongolisches Bauwerk, das praechtige Soltaniye-Mausoleum, und die ehemalige Hauptstadt Qazwin. In Tehran werden wir einige Tage verbringen, unser wichtigstes Ziel ist die Beschaffung chinesischer Visa. Doch darueber das naechste Mal.



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